Mittwoch, 13. Mai 2015

Aktuelle Position der Meteor











Die Wache
Auf dem Forschungsschiff wird rund um die Uhr im Schichtdienst gearbeitet, egal ob Sonntag oder Montag. Jeder arbeitet 2 x 4 Stunden. Die Schichten heißen Wache. Es gibt drei Wachen:

0 – 4 h und 12 – 16 h
4 – 8 h und 16 – 18 h
8 – 12 h und 20 – 0 h

Ich bin in der Wache 0 – 4 h und 12 – 16 h, von 4 – 10 h schlafe ich und nehme das Mittagessen als Frühstück, etwas gewöhnungsbedürftig, aber so geht’s.















Wie der Ozean erforscht wird.












Quelle: GEOMAR Kiel

Hier sieht man einige wichtige Geräte, die in der Meeresforschung benutzt werden. Links im Bild ist eine Verankerung, das ist eine Kette mit Auftriebskörpern, an der verschiedene Sensoren und Strömungsmesser angebracht werden können, die dort über längere Zeit Daten sammeln. 
Auf unserer Reise wird keine Verankerung ausgebracht oder eingeholt. Schade, das poltert immer so schön....

Der Glider
Die gelbe Rakete ist ein kleiner programmierbarer Tauchroboter, der Glider. Er pflügt selbständig durch den Ozean und sammelt ebenfalls Messdaten. Am Ende der Reise müssen wir einen einfangen, mal sehen ob er brav zu Mutti Meteor zurückkommt oder sich eigenwillig woanders herumtreibt. 

Die CTD Rosette
Am Drahtseil vom Kran herabgelassen wird die sogenannte CTD Rosette. CTD steht für Conductivity, Temperature und Depth, die heiligen drei Parameter, aus denen mit dem Salzgehalt die Dichte ermittelt wird. Das ist der Fingerabdruck, an dem Ozeanographen sofort verschiedene Wassermassen und die Dynamik im Ozean erkennen. Um die Sonde hübsch adrett im Kreis herum angeordnet sind die Wasserschöpfer, die einzeln in verschiedenen Tiefen geschlossen werden können. 

Der ARGO Float
Rechts im Bild ist ein ARGO Float, auch ein programmierter Tauchzylinder, der den Ozean vermisst und alle paar Tage an die Oberfläche kommt, um seine Daten über Satellit an die Zentrale zu schicken. Im Moment sind es über 3000 Argo Floats, die durch die Ozeane tauchen. Wir werden noch ein paar mehr ins Meer werfen. Die Lebenszeit liegt bei ca 4 Jahren, dann ist der Akku verbraucht. 

Der bottom lander 
ist eine Bodenmessstation, die auch das Sediment untersuchen kann, bei dieser Reise ist er nicht im Programm. 

Der Tracer
Die Orangensaftwolke stellt eine Tracerwolke dar. Ein Tracer ist ähnlich wie in der Medizin das Kontrastmittel beim Röntgen, ein Stoff (in diesem Fall ein Gas), der sich mit der Strömung verfolgen lässt. Den Tracer kann man genau auf einer bestimmten Dichteschicht ausbringen und über Jahre verfolgen. So kann man aus Konzentrationsmessungen im Wasser ein dreidimensionales Bild der Stoffflüsse über einen längeren Zeitraum im Ozean rekonstruieren. 
Das ist doch genial, oder? Hallo liebe Leser, seid ihr noch da? Ich höre ja schon auf.

Vokabeltest: 
Was ist eine Klüse?




















Warum ich an Bord bin:
Als Künstlerin, aber auch ehemalige Ozeanographin bin ich auf dem Forschungsschiff „Meteor“ und möchte diese Fahrt dazu nutzen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst zu arbeiten.
Die Forschungsfahrt findet im Rahmen des DFG (Deutsche Forschungsgesellschaft) Sonderforschungsbereichs (SFB) 754 „Klima-Biogeochemische Wechselwirkungen im Tropischen Ozean“ statt. Beteiligt sind hauptsächlich Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung in Kiel.

Montag, 11. Mai 2015

Einschiffen
















Unsere Gruppe von Wissenschaftlern ist in Guadeloupe an Bord gegangen. Begrüßt vom Kapitän („Tach, ich bin Rainer „) und der 1. Offizierin Heike.  

Aha, man duzt sich hier, jeder bekommt einen Schlüssel und wir beziehen meist zu zweit eine Kabine. Wir wuchten unsere schweren Koffer und Rucksäcke die engen Gänge hoch und ich fühle mich an Jugendherberge erinnert, als wir unser Zimmer erreichen: zwei Kojen übereinander, zwei Fenster, davor Gardinen, nur die Schwimmwesten unter den Kojen verraten, dass es hier zur See geht. 

Die Klimaanlage rauscht. Ein Telefon für die Kommunikation an Bord ist auch vorhanden. Ein kleines Bad mit Dusche und Griffen zum Festhalten.














Jetzt heißt es alles seefest verstauen und schon gibt es Mittagessen. Mittagessen, jetzt schon, es ist 11.15 h? Bin ich im Krankenhaus oder Altersheim? An Bord ist eben einiges anders:

Frühstück 7.15 h – 7.45 h
Mittag 11.15 – 11.45 h
Kaffee und Kuchenbuffet 15 -15.20 h
Abendbrot 17.15 – 17.45 h

Die Messe (= Essensraum) ist gediegen in hellem Holzfurnier getäfelt, vor den Bullaugen stehen Topfblumen, die sich Mühe geben nicht deplatziert zu wirken.

Das Essen am Buffet sieht so gut aus wie es schmeckt und ich lasse mir vom 1. Steward Andreas einen Platz anweisen 
„na, Anja, wir sind aber noch nicht zusammen gefahren, oder?“ Es geht schnell hier anzukommen. Für mich Luxus sich demnächst jeden Tag an den Tisch zu setzen und sich nicht ums Kochen oder Einkaufen kümmern zu müssen.

Das große Kistenschleppen
Monate vorher wurden schon Container mit allen Geräten und sonstiger Laborausrüstung gepackt und an Bord geschafft. Jetzt heißt es alles in die richtigen Labore zu bringen und seefest zu laschen. Alles wuselt geschäftig durcheinander, dazwischen der ein oder andere Pirat: Einige Matrosen haben sich Tücher als Sonnenschutz umgebunden, darunter salzwassergeprüfte Gesichter, echte Seebären, tätowiert und so unterschiedliche Typen. Zwischen den Zarges Kisten sind auch noch alte Holzkisten, die schon von vielen Seereisen erzählen könnten.














Abfahrt
Am nächsten Morgen ist es soweit, Abfahrt, es geht los. Ab aufs Peildeck, den Ausblick genießen. Die Meteor läuft durch helltürkisfarbenes Wasser aus dem Hafen von Pointe-a-Pitre, tschüß Palmen und Land.






































Freitag, 8. Mai 2015

Hallo liebe Meeresfreunde, ...


... Freunde, Familie, Kunstaffinen und sonstige Sympathisanten,
es geht nun los mit meinem Blog, in dem ich von meinen Eindrücken auf der Forschungsfahrt mit der „Meteor“  im tropischen Atlantik berichten werde. Etwas verspätet, da ich erst einmal ordentlich seekrank wurde - bei mir wirken die normalen Mittel leider nicht, ja, ja schön peinlich...

Wer mich noch nicht kennt, hier ein Foto:



















Ich bin Künstlerin, aber auch ehemalige Ozeanographin und möchte diese Fahrt dazu nutzen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst zu arbeiten.

Die Forschungsfahrt findet im Rahmen des DFG (Deutsche Forschungsgesellschaft) Sonderforschungsbereichs (SFB) 754 „Klima-Biogeochemische Wechselwirkungen im Tropischen Ozean“ statt. Beteiligt sind hauptsächlich Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung in Kiel.








Genauer untersucht wird ein Gebiet, wo nur sehr wenig Sauerstoff im Wasser vorhanden ist, die sogenannte Sauerstoffminimumzone. Solche Minimumzonen kommen im Pazifik und Atlantik in den östlichen  tropischen Regionen zwischen 100 und 900 m Tiefe vor. Im Atlantik besonders zwischen 300 und 500 m.


















                                                                                                        Wie aber findet der Sauerstoffaustausch genau statt, wie groß sind die Stoffflüsse und wie sieht das ganze System von Produktivität (Plankton) , Nährstoffen und Co2 Haushalt aus? 
Um diese Fragen zu beantworten ist hier eine ganze Armada von unterschiedlichen Forschergruppen mit ihren Chemikalien und Geräten angerückt. 

















Wer was macht, dazu habe ich noch 5 Wochen Zeit zu berichten. Ein fester Stationsplan gibt vor wann das Schiff hält und Messungen vorgenommen werden. Es sind auch Stationen früherer Fahrten dabei, um hier wertvolle Zeitreihen in der Hydrographie zu sammeln.

Unser schwankendes Hotel für die nächsten Wochen heißt Meteor:

















Die Meteor wurde 1986 gebaut und ist ein deutsches Forschungsschiff mit Heimathafen Hamburg. Sie ist 97,5 m lang und 16,5 m breit, mit 6 Aufbaudecks kommt sie auf eine Höhe von 46 m.

Alles ist auf die Forschung ausgerichtet, es gibt diverse Trocken- und Nasslabore, Containerstellplätze, technische Geräte und Kräne zum Ausbringen von Gerät. Hier gibt es eine Müllverbrennungsanlage, Kühl und Stauräume, jeder Winkel ist genutzt. Die feste Besatzung besteht aus ca 30 Personen, vom Kapitän zum Wäscher, Bootsmann und Koch, Offiziere und Maschinist, erster und zweiter Steward, jeder hat seine Verantwortung auf dem Schiff. Auch ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst sind dabei.
Bis zu 30 Wissenschaftler kommen pro Forschungsfahrt dazu, auch ein Arzt ist mit von der Partie. Die einzelnen Fahrten und Projekte sind auf ungefähr einen Monat begrenzt.

Die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert diese so wichtige Meeres-Grundlagenforschung. Ein Tag Forschungsbetrieb kostet ungefähr 30000 Euro.
















Sonntag, 26. April 2015

In Kürze werde ich in diesem Blog über meine Reise mit dem Forschungsschiff 
"Meteor" berichten.

Es geht von Guadeloupe zu den Kap Verden, also einmal quer von West nach Ost 
über den Atlantik. Die Fahrt findet im Rahmen des DFG Sonderforschungsbereichs 
754 „Klima-Biogeochemische Wechselwirkungen im Tropischen Ozean“ statt. 
Genauer untersucht wird ein Bereich mit sauerstoffarmen Wasser, der sich in etwa 
300 - 500 m Tiefe befindet. 85 Stationen stehen auf dem Programm. Es sind knapp 
30 Wissenschaftler an Bord, hauptsächlich vom GEOMAR in Kiel. Mein Plan ist die künstlerische Übersetzung, den Spagat zwischen Wissenschaft und Kunst
zu spannen und interessante Verbindungen, Eindrücke und Kontraste zu sammeln. 
Als lebende Schnittstelle und ehemalige Ozeanographin habe ich aber auch eine 
Hand am CTD ( das ist eine Sonde mit Wasserschöpfern). Skizzen und Fotografie, Gespräche und die Arbeit 

an Bord geben mir sicher neue Inspirationen. 



Wer sich einmal generell in der Meeresforschung umgucken möchte, kann das z.B 
hier tun:

http://www.geomar.de
http://www.awi.de
https://www.ifm.uni-hamburg.de
http://www.deutsche-meeresforschung.de/de/cen

Mittwoch, 22. April 2015

Finaaale, oho, Finaale... 

nein es geht nicht um Fußball, sondern meine Freude über die Einjurierung
zum Vater Kunstpreis in Kiel. 
Wer möchte, darf mir jetzt noch Daumendrücken, da es auch noch ein paar 
großzügige Geldpreise für die drei Favoriten der Jury gibt. In jedem Fall sind 
die Arbeiten schon einmal in der Ausstellung und das sind wirklich schöne 
hohe Räume, wo so ein großes Diptychon auch gut zur Geltung kommt.

Die Gruppenausstellung geht vom 9.Mai bis 24. Mai im Atelierhaus im 
Anscharpark


http://www.atelierhaus-im-anscharpark.de


Montag, 13. April 2015

Großer Auflauf gestern in Hannover zur Ausstellung "Befreiung" im KUBUS.
Meine Arbeit "inside-out" wurde zu dieser Gruppenausstellung einjuriert und
ist zusammen mit anderen zum Teil sehr spannenden Arbeiten noch bis zum 10. Mai
zu sehen. 
Es geht um das Gedenken an die Befreiung der Konzentrationslager vor 70 Jahren von der Naziherrschaft. Das Grauen und das unsagbare Leid stand aber nicht im Vordergrund, sondern die Aufgabe für die Befreiung und die Aufarbeitung, das Licht und die Hoffnung
Bilder zu finden. Als Wanderausstellung konzipiert wird die Ausstellung noch an vielen Orten in Niedersachsen zu sehen sein.

Galerie KUBUS
Theodor Lessing Platz 2
30159 Hannover