Sonntag, 17. Mai 2015

Flaschenpost


















Gerade habe ich am Salinometer gesessen und einige Wasserproben durchgemessen, da ereilt mich eine Flaschenpost aus Nürnberg mit der Nachricht, dass meine übermalte Salzgehaltskarte für einen Literaturkalender 2016 in den Druck geht. Na so etwas, passt ja thematisch – zwischen Wissenschaft und Kunst.


Freitag, 15. Mai 2015

Auf Station
















Nicht nur Ärzte und Patienten sind auf Station, auch Forschungsschiffe: Ein schon vor längerer Zeit ausgearbeiteter Fahrtplan gibt vor, wo die Meteor an einer bestimmten Position anhält, um die Messgeräte bzw. das CTD ins Wasser zu lassen. Wir fahren so eine ganze Perlenkette von Stationen ab. Auch Nord/Südschnitte sind dabei. Ist eben doch eine Kreuzfahrt – ha,ha. Ist eine Position erreicht, dann heißt es „wir sind auf Station“.


Mein Arbeitsplatz:














So sieht es im CTD Labor aus, Svenja und ich haben zusammen Wache und achten darauf, dass alles läuft. Man sitzt vor dem Computer und kommuniziert über Funk mit dem Matrosen an der Winde wie tief die CTD - Rosette ins Wasser herabgelassen werden soll. „Winde von Labor – abfieren mit 1m/s !“ Da geht es schon mal auf 5600 Meter herunter und entsprechend viel Drahtseil liegt hier auf der Winde. 
















Das Computerprogramm speichert die Messdaten der Sensoren und zeichnet zeitgleich die Messwerte in einen Graphen, das sind die Profile. Mit einem Klick am Computer werden beim Hieven in bestimmten Tiefen die Wasserschöpfer ausgelöst bzw geschlossen. So werden aus verschiedenen Tiefen Wasserproben genommen. Matrose Hans mag besonders die nächtlichen Stationen, da dann die Tintenfische vom Licht angezogen werden und an der Oberfläche herumfingern. Die Angel griffbereit und zack, schon hat er einen am Haken, da hilft auch kein entrüsteter Salzwasserschuss des Tintenfischs.














Hier noch einmal eine CTD Rosette, voll wiegt sie ca 600 kg, daher trage ich auch schicke Stahlkappenschuhe und Helm, wenn die Rosette an Deck kommt.














Wenn für die CTD Wache die Arbeit fast beendet ist, kommen die einzelnen Wissenschaftlergruppen und zapfen sich ihr Wasser für die Sauerstoff-, Kohlenstoff-, Stickstoff-,Nährstoff- und Traceruntersuchung. Glasflaschen und große Glasspritzen, Reagenzgläser und Flensburger Pilsflaschen – jeder hat seine eigene Methode im Schütteln, Spülen und Zapfen, dabei konzentrierte Gesichter. Es fehlt nur noch James Bond an Schöpfer 007  „geschüttelt, nicht gerührt“. Und ewig grüßt das Murmeltier, bei jeder Station die gleiche Prozedur.














Hier gibt es übrigens fliegende Fische, sie springen einzeln oder schwarmweise aus den Wellen, fliegen ein Stück und tauchen später wieder ein. Einige sind auch schon an Deck gesprungen - keine gute Idee.

Warum ich an Bord bin:
Als Künstlerin, aber auch ehemalige Ozeanographin bin ich auf dem Forschungsschiff „Meteor“ und möchte diese Fahrt dazu nutzen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst zu arbeiten.
Die Forschungsfahrt findet im Rahmen des DFG (Deutsche Forschungsgesellschaft) Sonderforschungsbereichs (SFB) 754 „Klima-Biogeochemische Wechselwirkungen im Tropischen Ozean“ statt. Beteiligt sind hauptsächlich Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung in Kiel.


Donnerstag, 14. Mai 2015

Und was macht die Kunst ?

Einfach ist es nicht bei der Schaukelei zu arbeiten oder Entwürfe zu machen. Sehfahrer und Seefahrer müssen sich noch einige Zeit anfreunden. Aber wie Udo schon wusste: „Hinterm Horizont geht’s weiter, ein neuer Tag....“



















Es schlaucht hier alles...

























Warum ich an Bord bin:
Als Künstlerin, aber auch ehemalige Ozeanographin bin ich auf dem Forschungsschiff „Meteor“ und möchte diese Fahrt dazu nutzen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst zu arbeiten.
Die Forschungsfahrt findet im Rahmen des DFG (Deutsche Forschungsgesellschaft) Sonderforschungsbereichs (SFB) 754 „Klima-Biogeochemische Wechselwirkungen im Tropischen Ozean“ statt. Beteiligt sind hauptsächlich Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung in Kiel.


Mittwoch, 13. Mai 2015

Aktuelle Position der Meteor











Die Wache
Auf dem Forschungsschiff wird rund um die Uhr im Schichtdienst gearbeitet, egal ob Sonntag oder Montag. Jeder arbeitet 2 x 4 Stunden. Die Schichten heißen Wache. Es gibt drei Wachen:

0 – 4 h und 12 – 16 h
4 – 8 h und 16 – 18 h
8 – 12 h und 20 – 0 h

Ich bin in der Wache 0 – 4 h und 12 – 16 h, von 4 – 10 h schlafe ich und nehme das Mittagessen als Frühstück, etwas gewöhnungsbedürftig, aber so geht’s.















Wie der Ozean erforscht wird.












Quelle: GEOMAR Kiel

Hier sieht man einige wichtige Geräte, die in der Meeresforschung benutzt werden. Links im Bild ist eine Verankerung, das ist eine Kette mit Auftriebskörpern, an der verschiedene Sensoren und Strömungsmesser angebracht werden können, die dort über längere Zeit Daten sammeln. 
Auf unserer Reise wird keine Verankerung ausgebracht oder eingeholt. Schade, das poltert immer so schön....

Der Glider
Die gelbe Rakete ist ein kleiner programmierbarer Tauchroboter, der Glider. Er pflügt selbständig durch den Ozean und sammelt ebenfalls Messdaten. Am Ende der Reise müssen wir einen einfangen, mal sehen ob er brav zu Mutti Meteor zurückkommt oder sich eigenwillig woanders herumtreibt. 

Die CTD Rosette
Am Drahtseil vom Kran herabgelassen wird die sogenannte CTD Rosette. CTD steht für Conductivity, Temperature und Depth, die heiligen drei Parameter, aus denen mit dem Salzgehalt die Dichte ermittelt wird. Das ist der Fingerabdruck, an dem Ozeanographen sofort verschiedene Wassermassen und die Dynamik im Ozean erkennen. Um die Sonde hübsch adrett im Kreis herum angeordnet sind die Wasserschöpfer, die einzeln in verschiedenen Tiefen geschlossen werden können. 

Der ARGO Float
Rechts im Bild ist ein ARGO Float, auch ein programmierter Tauchzylinder, der den Ozean vermisst und alle paar Tage an die Oberfläche kommt, um seine Daten über Satellit an die Zentrale zu schicken. Im Moment sind es über 3000 Argo Floats, die durch die Ozeane tauchen. Wir werden noch ein paar mehr ins Meer werfen. Die Lebenszeit liegt bei ca 4 Jahren, dann ist der Akku verbraucht. 

Der bottom lander 
ist eine Bodenmessstation, die auch das Sediment untersuchen kann, bei dieser Reise ist er nicht im Programm. 

Der Tracer
Die Orangensaftwolke stellt eine Tracerwolke dar. Ein Tracer ist ähnlich wie in der Medizin das Kontrastmittel beim Röntgen, ein Stoff (in diesem Fall ein Gas), der sich mit der Strömung verfolgen lässt. Den Tracer kann man genau auf einer bestimmten Dichteschicht ausbringen und über Jahre verfolgen. So kann man aus Konzentrationsmessungen im Wasser ein dreidimensionales Bild der Stoffflüsse über einen längeren Zeitraum im Ozean rekonstruieren. 
Das ist doch genial, oder? Hallo liebe Leser, seid ihr noch da? Ich höre ja schon auf.

Vokabeltest: 
Was ist eine Klüse?




















Warum ich an Bord bin:
Als Künstlerin, aber auch ehemalige Ozeanographin bin ich auf dem Forschungsschiff „Meteor“ und möchte diese Fahrt dazu nutzen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst zu arbeiten.
Die Forschungsfahrt findet im Rahmen des DFG (Deutsche Forschungsgesellschaft) Sonderforschungsbereichs (SFB) 754 „Klima-Biogeochemische Wechselwirkungen im Tropischen Ozean“ statt. Beteiligt sind hauptsächlich Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung in Kiel.